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Festplattenimages mit Hilfe von Knoppix erstellen

Beschreibung einer Alternative zur Erstellung von Images mit Knoppix.


Autor: Christian Scheffler (@tention)
Datum: 11-10-2004, 20:04:53
Referenzen: http://admin.tention.org/global/articles/knoppix_partimage/knoppix_partimage.html
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
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Das Problem

Ich möchte hier eine Weise vorstellen, mit der man einfach und zuverlässig eine Festplattenpartition/logisches Laufwerk in einer Image-Datei sichert, was vor Allem für Windows-Benutzer sehr interessant sein wird. Wir bedienen uns dazu Knoppix, einem Live-Linux-System, welches direkt von CD gestartet wird, es ist also keinerlei Installation notwendig. Das hat den Vorteil, dass man es überall einsetzen kann, vorausgesetzt der Computer unterstützt das Booten von der CD. Dies kann man im BIOS meist unter BOOT DEVICE einstellen.

Hat man nun von der Knoppix-CD gebootet, steht einem ein voll funktionsfähiges Linux zur Verfügung, mit reichlich vorinstallierter Software, unter Anderem auch PARTIMAGE http://www.partimage.org/, um das sich dieser Artikel dreht. Partimage ist ein kostenloses und zuverlässiges Tool um Images von Laufwerken zu erstellen und wieder einzuspielen, ob Linux oder Windows. Vorteilhaft erweist sich dabei die Zeit, die man einspart, wenn man z.B. eine Neuinstallation des Betriebssystems einfach aus einem erstellten Image heraus tätigt.

Knoppix?

Informationen über Knoppix findet man unter http://www.knoppix.de oder unter http://www.knopper.net/knoppix/. Hier hat man die Möglichkeit sich das aktuellste Knoppix-Image herunterzuladen und zu brennen, hat man eine langsame Internet-Verbindung (56k/ISDN) empfiehlt es sich, da das Image 700MB groß ist, eine Knoppix-CD gegen einen kleinen Obolus zu bestellen. Ist die CD einmal erstellt kann es schon losgehen, einlegen, neu starten und schon läuft Live-Linux ohne Installation. Auch für Benutzer die vielleicht einen Umstieg auf Linux vagen wollen ist diese Art, Linux zu erleben, ohne das Risiko einer Installation, hervorragend geeignet.

Erste Schritte

Nehmen wir das Beispiel "Betriebssystem Neuinstallation". Das Installations- Laufwerk ist formatiert, die Neuinstallation kann beginnen. Je nach Bedarf kann auch schon die wichtigste Software für Internet, Textverarbeitung etc. installiert werden. Nachdem die wichtigsten Einstellungen vorgenommen wurden und das neu installierte System fehlerfrei läuft, sollte man das Laufwerk defragmentieren, damit man beim Rücksichern des Systems keine fragmentierten Daten vorfindet. Nun Bootet man Knoppix, nimmt die relevanten Einstellungen vor und sichert das zuvor neu installierte System in einem Image. Kommt man nun wieder in die Lage, eine Neuinstallation des System vorzunehmen, bedient man sich einfach des Images, lästige Einstellungen sowie erneutes Installieren von Software fällt weg, da diese Dinge schon im Image vorhanden sind. Das spart Zeit und Aufwand und ersetzt das System mit der einst gemachten und funktionstüchtigen Neuinstallation. Problem schnell gelöst.

Das Linux Dateisystem

Das Dateisystem von Linux hat einige Unterschiede zu dem Windows Dateisystem. Festplattenlaufwerke der ersten Festplatte zum Beispiel sind mit HDA* gekennzeichnet, der Stern steht für das jeweilige Laufwerk. HDA1 wäre z.B. Laufwerk C der primären Partition, während HDA5 dann Laufwerk D der erweiterten Partition ist. Wird z.B. eine zweite Festplatte installiert, so wird diese mit HDB* angesprochen. Laufwerke müssen in das Dateisystem eingebunden werden. Knoppix hat das Anliegen, so wenig wie möglich Schreib- oder Lesezugriffe auf die Festplatte zu tätigen, daher sind alle Laufwerke standardmäßig nicht in das Dateisystem eingebunden. Verwendet man den KDE-Desktop, so lässt sich ein Laufwerk durch einen Rechtsklick auf das jeweilige Symbol und im Menü auf ("MOUNT"/"Laufwerk einbinden") in das Dateisystem einbinden. Eingebundene Laufwerke erkennt man an einem kleinen grünen Pfeil auf dem Symbol. Auch der Schreibzugriff auf ein eingebundenes Laufwerk ist standardmäßig deaktiviert. Um nun diesen zu aktivieren, was z.B. für das Erstellen eines Images unumgehbar ist, einfach erneut einen Rechtsklick auf das jeweilige Symbol tätigen, und im Menü ("Actions/change read/write mode"/"Aktionen/Lese-/Schreibzugriff ändern") wählen. Nun wird zum Akzeptieren der Änderung aufgefordert, nachdem man dies mit ("YES"/"JA") bestätigt hat, besitzt man Schreibrechte auf dem gewählten Laufwerk.

Festplatten-Image erstellen

Um nun das eigentliche Image zu erstellen sind folgende Schritte notwendig. Voraussetzung ist, dass mindestens 2 logische Laufwerke auf der Festplatte bestehen, z.B. C und D und das auf der Partition bestehende Dateisystem vom Programm unterstützt wird, NTFS zum Beispiel ist noch in der experimentellen Phase, Benutzung auf eigene Gefahr. Informationen findet man auf der Website http://www.partimage.org/.

Das Laufwerk, von dem das Abbild erstellt werden soll darf nicht in das Dateisystem eingebunden sein, das Laufwerk auf dem das Abbild gespeichert werden soll muss jedoch eingebunden sein und der Benutzer muss Schreibrechte auf dem Laufwerk besitzen. In unserem Beispiel wollen wir HDA5 (Laufwerk D) in einem Image auf HDA6 (Laufwerk E) sichern. Wie auf dem Bild sichtbar, ist zu Anfang kein Laufwerk eingebunden.



Mit den oben beschriebenen Schritten bindet man nun HDA6 in das Dateisystem ein und legt die Schreibrechte fest. Das Bild zeigt nun den veränderten Icon des Laufwerks HDA6.



Um nun das eigentliche Programm (PARTIMAGE) aufzurufen, öffnet man die ROOT-SHELL, damit wir auch die Root-Rechte besitzen. Diese findet man unter dem Knoppix-Icon in der Taskleiste des KDE unter Root Shell. Folgendes Fenster sollte erscheinen.



Das Programm PARTIMAGE ruft man mit dem Befehl partimage auf, bestätigt dies mit ENTER. Folgendes Bild sollte erscheinen.



Nun ist die zu sichernde Partition HDA5 ausgewählt, Dateisystem und Gesamtgröße werden angezeigt. Unter dem Punkt: "Imagedatei erstellen/benutzen" trägt man nun das Ziel des Images ein, hier: /mnt/hda6/sicherung_08102004.gz , was bedeutet, dass auf der eingebundenen (mnt) Partition (hda6) die Datei (sicherung_08102004) mit der Endung (gz) erstellt werden soll. GZ steht dabei für das Komprimierungsverfahren, welches in diesem Fall benutzt werden soll. Bei dem Punkt: "Aufgabe durchfuehren" wird "Partition in eine neue Datei sichern" gewählt. Diese Einstellungen genügen für die eigentliche Aufgabe, nun mit F5 bestätigen, folgendes Bild erscheint.



Als "Kompressionsmodus" wählen wir nun "GZip" als guten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Kompression, je nach Belieben kann auch ein anderer Modus gewählt werden. Die Einstellungen unter "Optionen" und "Datei Teilungsmodus" belassen wir, soll z.B. ein Image auf mehrere CD-ROMs aufgeteilt werden, so kann z.B. der Datei Teilungsmodus auf 700MB eingestellt werden, für dieses Vorhaben allerdings genügen die Vorgaben. Wiederum mit F5 bestätigt erscheint folgendes Bild.



Hier kann nun eine Beschreibung der zu sichernden Partition eingegeben werden, um diese mit Informationen zu versehen, die eventuell bei einem erneuten Einspielen wichtig sein könnten. Bestätigt man diese, gelangt man zum nächsten Bild.



Hier werden Informationen zu der zu sichernden Partition angezeigt, mit OK bestätigen, nun beginnt die Sicherung.



Ist diese beendet, wird eine kurze Zusammenfassung angezeigt, das Image ist nun erstellt und steht für eine Rücksicherung bereit. In diesem Fall wurde ein etwas älterer PC verwendet, bei schnelleren Computern ist natürlich der Datendurchsatz erheblich höher.



Festplatten-Image rücksichern/einspielen

Um nun ein bestehendes Image auf eine Partition wieder einzuspielen geht man wie folgt vor. Die Partition, auf die geschrieben werden soll, darf wiederum nicht in das Dateisystem eingebunden sein, die Partition auf der sich das Image befindet muss jedoch eingebunden sein, da man aber nur das Image von der Partition lesen will, genügt es, die Standard- Zugriffsrechte beizubelassen, Schreibzugriff ist nicht nötig.

In diesem Beispiel wollen wir nun das oben erstellte Image auf die Partition (HDA5) wieder einspielen, benötigt wird dazu wieder das Programm PARTIMAGE. welches, wie oben beschrieben, über die Root Shell gestartet wird.



Die Partition (HDA5) wird wieder gewählt, unter "Imagedatei erstellen/benutzen" geben wir nun den Pfad der Quelldatei ein, die sich auf der Partition (HDA6) befindet und mit der Endung (gz.000) versehen ist, (.000) deshalb, weil bei mehreren Imagedatei-Teilen die 000 der Anfang des Images wäre, hier wird aber nur ein Teil verwendet. Unter "Aufgabe durchführen" wählen wir nun "Partition aus einer Datei rücksichern", weiter mit F5.



Ist eine Beschreibung der im Image gesicherten Partition vorhanden, wird diese nun angezeigt. Wir bekommen nun die Information, dass es sich um eine Systemsicherung vom 08.10.2004 handelt die wir einspielen wollen. Mit ENTER bestätigt man diese.



Hier kann man nun noch einige Einstellungen vornehmen bevor das Image eingespielt wird z.B. ob unter "Optionen" Freie Blöcke mit Nullen überschrieben werden sollen, was für dieses Beispiel aktiviert wurde. F5 um fortzufahren.



Es werden wieder Informationen zu der zu beschreibenden Partition angezeigt, welche man mit ENTER bestätigt.



Bevor das eigentliche Beschreiben der Partition beginnt, wird zur Sicherheit noch einmal abgefragt, ob das Image wirklich eingespielt werden soll, wenn man dieses mit Ja bestätigt beginnt die Rücksicherung des gewählten Images.



Die Rücksicherung hat nun begonnen, ist diese erfolgreich beendet erscheint folgende Zusammenfassung.



Das Image wurde erfolgreich eingespielt. Da es sich bei diesem Image um das Abbild eines komplett installierten und konfigurierten Betriebssystems handelt ist diese Art der "Neuinstallation" bequemer und um Einiges schneller als eine echte Neuinstallation.

©2004-2006 TENTION


picard
Professonial
Beitrag vom:
01-11-2004, 22:42:00

wtf?

sorry Jungs, aber ich werde die Screenshots leider wieder runterskalieren müssen (keine Ahnung wer die großen Screenshots durchgehen ließ). Es hat schon seine Gründe, warum Bilder bei uns nur 420px haben können. Ich hab sie deswegen auch extra auf sich selber verlinkt, damit sie in einem Neuen Fenster dann in Originalgröße dargestellt werden können...

Edit: ok, jetzt habe ich eine Ahnung! puh, dachte schon, dass ich es selber war :D

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"...denn wir arbeiten nicht nur um uns selbst zu verbessern, sondern auch den Rest der Menschheit!"


no_comment
Professonial
Beitrag vom:
14-10-2004, 19:09:16

:D

Vielen vielen Dank an den pflichtbewussten Lektoren, der diesen Artikel nochmals überarbeitet und die Grafiken in Originalgröße in den Text integriert hat.

Jetzt steht einem Ausdruck nichts mehr im Wege.

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Es gibt nur 3 natürliche Feinde des Programmierers: Tageslicht, frische Luft und das unerträgliche Gebrüll der Vögel -- http://pc-intern.com http://straightvisions.com


@tention
Senior Member
Beitrag vom:
13-10-2004, 20:47:24

Erstmal vielen Dank für diese konstruktive Kritik. Das die Screenshots kleiner sind als die Originale habe ich leider nicht zu verantworten, im Originaldokument sind diese in Originalgröße vorhanden, haben die Leute von it-academy so gemacht. Ich wollte diese Screenshots in original Fenstergröße darstellen, damit ich mit einzelnen Ausschnitten keine Verwirrung bei denen stifte, die Knoppix zum ersten Mal benutzen, werde aber die ganze Sache noch einmal überarbeiten, das mit den Grafikformaten werde ich auch einmal ausprobieren, benutze ja sonst auch PNG für Websites. Vielen Dank...

EDIT: Hab nun erstmal die Groesse der Screenshots im Dokument geändert, hoffe es gefällt so.

MfG @tention

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MfG @tention http://www.tention.org/


no_comment
Professonial
Beitrag vom:
13-10-2004, 19:19:16

Sehr gut, 10 Punkte, aber

du solltest solche Screenshots nicht als JPG abspeichern, sondern als GIF oder PNG, da diese Formate mit harten Kontrasten besser umgehen können. Bei JPG mache die Artefakte das Lesen zum Krampf.

Außerdem solltest du bei den in den Text eingefügten Screenshot drauf achten, dass du nur die relevanten Inhalte darstellst, diese aber in Originalgröße. Der Artikel wird sicher nur ausgedruckt Sinn machen, da die meisten keinen Rechner parallel zur Verfügung haben. Die im Fließtext dargestellten Screenshots und vor allem der dort dargestellte Text sind aber leider unleserlich.

Dennoch 10 Punkte für diesen ansonsten ausgezeichneten Artikel.

Gruß,
n_c

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