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E-Mail unter Unix

die grundlagen von mail unter unix werden erklaert. mit einem schwerpunkt auf "mutt" und kurzer erklaerung von fetchmail-


Autor: Franz Schaefer (mond)
Datum: 23-01-2002, 19:30:58
Referenzen: man mutt
man muttrc
man pine
/usr/share/doc/mutt/examples/
/usr/share/doc/mutt/html
man fetchmail
man sendmail
man procmail
Schwierigkeit: Anfänger
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Rating: 2 (1x bewertet)

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Übersicht:

im CD ueber telnet haben wir schon kurz gelernt wie im unix mail von einem
system zum anderen uebers internet geschickt wird. heute wollen wir mail
unter unix etwas genauer kennenlernen.

ein klassisches mail setup unter besteht aus folgenden teilen:

am system laeuft ein mail transfer programm. meist sendmail (aber es gibt
auch andere wie qmail, exim oder postfix). dieses sendmail programm wird
von allen programmen verwendet um mail wegzuschicken. das sendmail
programm weis anhand der addresse was es mit den mails tun soll: entweder:


* es handelt sich um eine addresse die als local erkannt wurde und die
mail wird lokal einem benutzer zugestellt. dabei landet mail meist in
einem grossen "mailbox" file wie: /var/spool/mail/maxmeier
(qmail verwendet fuer jede mailbox ein eigenes verzeichniss)
vor der lokalen zustellung werden noch systemweite alias namen umgesetzt
(ueblicherweise in /etc/mail/aliases oder /etc/aliases ) wo alias namen
fuer die user angegeben werden koennen.

weiters kann jeder user in seinem homeverzeichniss ein file mit dem
namen

.forward

haben in dem in jeder zeile drinnensteht an welche andere mail addresse
mails weitergeleitet werden.

* es handelt sich um eine addresse eines dem mailsystem "persoenlich"
bekannten nachbarsystems. sendmail kann dann auf verschiedenste weisse
versuchen die mail an dieses system weiterzuleiten.

* heutzutage werden aber die meisten mails extern via internet und dem
SMTP protokoll direkt ans ziel geschickt.

ueblicherweise lauscht dieses sendmail programm auch am port 25 und nimmt
eingehende mails (die von anderen sendmails zugestellt werden) entgegen.
diese werden dann ebenfalls entweder in eine lokale mailbox eines
benutzers gestellt oder anhand obiger regeln wieder weitergeleitet. (das
nennt man dann ein "mail relay". nimmt das system eingehende mails von
ueberall an egal wo sie hingehen nennt man "promiscuous relay". bis vor
einigen jahren waren praktisch alle mailsystem so.. mit der zuhname von
spam muss man heute alle system einschraenken)

der anwender greift typischerweise mit einem mailprogramm auf as mailbox
file zu das sendmail abgelegt hat. (sendmail schreibt nicht direkt in die
mailbox sondern benutzt dazu meist ein programm namens "deliver" oder
"procmail")

mailprogramme fuer anwendern sind entweder grafisch (es gibt inzischen
eine menge davon) oder text orientiert. erfahrene unix user bevorzugen die
text orientierten varianten. meist entweder:

mutt (eine weiterentwicklung von "elm")

oder

pine

daneben gibt es noch das ganz klassiches "mail" programm. das kommt ohne
ein echtes terminal aus.. liese sich also auch von einem fernschreiber aus
bedienen...falls man das mal braucht ;-)

die programme sind auch kommandozeilenfaehig: so kann man z.b. mit:

echo hallo duda | mutt -s testmail maxmeier@irgendwo.at

eine mail mit dem inhalt "hallo duda" und dem subject "testmail" an die
addresse maxmeier@irgendwo.at schicken.
(vorausgesetz dass das mail auf dem system wo man arbeitet richtig
eingerichtet wurde)

ruft man mutt oder pine ohne argumente auf kommt man in einen interaktiven
modus in dem man alle vorhanden mails anschaun kann, mails schreiben kann
und mails in folder ablegen kann, etc..

fuer leute die noch keine erfahrung mit pine haben wuerde ich empfaehlen
gleich mit mutt zu beginnen. hier kurz die wichtigsten mutt befehle:

q .... quit. beenden (oder aus dem lezten menue aussteigen)

d .... delete. mail loeschen

r .... reply mail beantworten

RETURN mail oeffnen

s .... save. mail speichern. man muss eine namen fuer einen folder
eingeben.


? .... hilfe. (mit q wieder zurueck ins hauptfenster)

v .... view. zeigt eine liste aller teile (attachments) einer mail an.
praktisch wenn man die attachments abspeichern will.

m .... neue mail schreiben.

beim schreiben neuer mail macht mutt einen editor auf. (wenn man seine
EDITOR variable richtig gesetzt hat oder sein .muttrc file richtig
eingestellt hat auch den lieblingseditor)

beendet man den editor ist man wieder zurueck im mutt programm. man kann
dann:

e ..... erneut editieren

s ..... subject aendern

c ..... cc aendern

t ..... to addresse aendern.

a ..... ein attachment anhaengen

y ..... yes. endlich. abschicken.

q ...... abbrechen (mutt fragt ob man die mail "postponen" will.. also
spaeter weiter bearbeiten. dort kommtn man mit gross R rein)

die meisten verhaltensweisen von mutt sind extrem configurierbar und damit
an eigene beduerfnisse anpassbar. dazu editiert man das file:

.muttrc

in seinem homeverzeichniss. (am besten nimmt man sich da systemweite file
als vorlage oder eines der file in /usr/share/doc/mutt/examples (debian,
andere distributionen haben die mutt dokumentation zum teil in anderen
verzeichnissen)

soweit klassisches unix mail. mit der weiten verbreiten von personal
computer auf denen kein richtiges mail system laeuft und die nicht immer
online sind und keine fixe addresse im netz hatten ergab sich das problem
dass user ihre mail auch dorthin zugestellt haben wollte. die loesung:

das POP (post office protokoll)

user koennen ihre mail mit ihrem passwort von einem zentralen server
abholen. (es wird also nicht wie bei sendmail aktiv zugestellt sondern
muss extra abgeholt werden. weiters kann man i.a. auch nur wenige einzelne
email accounts ueber POP abwickeln und nicht gleich mail fuer eine ganze
domain.)

nachteil: zum teil waere es praktisch die mailboxen am server zu lassen
und nur einzelne mails und inhaltsverzeichnisse etc.. abzuholen. dazu gibt
es ein protokoll namens IMAP.

manche unix mailprogramme koennen direkte auf POP und IMAP mailboxen
zugreifen und sich von dort mail abholen. der bessere weg ist aber i.a.:

das programm

fetchmail

zu verwenden um die mail von einem pop oder imap account abzuholen und sie
in ein lokales sendmail reinzustopfen. damit hat man wieder alle
moeglichkeiten die sendmail bietet..

ein file mit dem namen

.fetchmailrc

und dem inhalt:

poll pop.sil.at with protocol pop3:
user mmeier20 there with password hierstehtdaspasswort is maxmeier here;

sagt dem programm fetchmail dass es bei jedem aufruf die mailbox am server
pop.sil.at mit dem pop3 protokoll nach mail fuer den user mmeier20
abfragen soll. die mail wird dann dem lokalen sendmail an den user
maxmeier zugestellt

ruft man jetzt periodisch (oder nach dem einwaehlen per modem).. fetchmail
auf so bekommt man seine mail ins lokale unix zugestellt. (wie man
programme generell periodisch aufruft lernen wir demnaechst)

EXERCISES:

* mach dich mit einem der mailprogramme (am besten mutt oder pine)
vertraut.

* konfiguriere dir das mailprogramm nach deinen wuenschen duch einstellen
der werte in .muttrc oder .pinerc

* sende testmails von der kommandozeile

* wenn du irgendwo einen pop account hast die du auf deinem unix account
lesen willst dann richte dir ein .fetchmairc file ein.

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CD ist ein service von SILVER SERVER
der inhalt unterliegt der GFDL
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