IT-Academy Logo
Sign Up Login Help
Home - Betriebssysteme - Windows - Systemtuning beginnt vor der Installation!



Systemtuning beginnt vor der Installation!

Erfolgreiche Betriebssystemoptimierung sollte schon vor dem eigentlichen Installationsvorgang beginnen. Bevor die Installations-CD in das Laufwerk eingelegt wird, sind vorbereitende Maßnahmen zu treffen, die für die spätere Performance des Gesamtsystems von entscheidender Tragweite sind.


Autor: wintuning.net Sascha Meier (wintuning.net)
Datum: 28-01-2002, 10:43:53
Referenzen: WINTUNING.NET
Schwierigkeit: Anfänger
Ansichten: 8646x
Rating: 4 (10x bewertet)

Hinweis:

Für den hier dargestellte Inhalt ist nicht der Betreiber der Plattform, sondern der jeweilige Autor verantwortlich.
Falls Sie Missbrauch vermuten, bitten wir Sie, uns unter missbrauch@it-academy.cc zu kontaktieren.

[Druckansicht] [Als E-Mail senden] [Kommentar verfassen]



Update oder Neuinstallation?

Beim Aktualisieren einer bestehenden Installation des Betriebssytems Microsoft® Windows® werden automatisch alle Einstellungen und Applikationen, sowie Internetverbindungen und Emailkonten übernommen. Das Update stellt daher den geringsten Aufwand dar und ist am schnellsten abgeschlossen. Allerdings hat diese Vorgehensweise nicht nur positive Aspekte: eventuelle Fehlkonfigurationen oder Fehleinstellungen werden in die aktualisierte Windows®-Version übernommen, verwaiste Registrierdatenbankeinträge könnten im neuen System Instabilitäten und Performanceeinbußen verursachen. Darüber hinaus sammeln sich im Laufe der Zeit eine unzählige Anzahl an Programmbibliotheken (DLL-Dateien - Dynamic Link Library) im Windows®-Verzeichnis an. Diese werden gegenbenenfalls auch in der aktualisierten Windows®-Version unnötig behindern und Speicherplatz belegen. Ich empfehle daher in jedem Falle eine frische Neuinstallation durchzuführen, da nur dieses Vorgehen die maximale Perfromance aus Windows® heraus holen kann. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten der Neuinstallation: das parallele Installieren von Windows® XP zu einem eventuell bestehenden Betriebssystem oder aber eine alleinige Neuinstallation. Die parallele Neuinstallation bietet sich auf Systemen mit ausreichenden Ressourcen an. Systeme, die gerade die Mindestanforderungen erfüllen, werden die nötigen Ressourcen nicht bereitstellen können. Festplattenspeicher stellt dabei die wichtigste Ressource dar. Ein modernes Betriebssystem wie Microsoft® Windows® XP benötigt ca. 1,5 GB zusätzlichen Speicherplatz auf einer eigenen Partition (siehe 2.4) auf dem Datenträger. Die parallele Neuinstallation hat den entscheidenden Vorteil, dass sich nach Abschluss der Installation mehrere Betriebssystemwelten auf dem Rechner befinden. Beim Hochfahren des Rechners kann der Benutzer dann per Bootmenü auswählen, welches der vorhandenen Betriebssysteme gestartet werden soll. Eventuell auftretende Kompatibilitätsprobleme unter Microsoft® Windows® XP wären damit gebannt. Microsoft® Windows® NT/2000/XP erkennt während der Installation, ob ein Betriebssystem vorhanden ist und richtet automatisch das Bootmenü ein. Zu beachten ist allerdings, dass Programminstallationen immer in allen vorhandenen Betriebssystemwelten durchgeführt müssen, damit sie reibungslos funktionieren. Mit der Einführung von Microsoft® Windows® XP werden dem Anwender einige zeitraubende Arbeiten nach einer Neuinstallation abgenommen. Auf der Installations CD findet sich ein Assistent, der Einstellungen und Dateien eines bestehenden Systems "einsammelt" und auf das neue Windows überträgt.

Überprüfung bestehender Hardware Ressourcen

Vor einer Neuinstallation oder einem Update von Microsoft® Windows® sollte man stets das Zielsystem nach der verwendeten Hardware überprüfen. Selbst wenn die Mindestanforderungen für die Installation erfüllt werden, verpricht dies kein effizientes oder gar angenehmes Arbeiten. Microsoft® Windows® XP fordert mindestens einen 233 Mhz getakteten Pentium II und 64 MB Arbeitsspeicher. Diese Mindestanforderungen stellen wirklich das absolute Minimum dar - bei Nichterfüllung bricht die Installation gnadenlos ab. Es würde auch keinen Sinn machen, auf einem deartigen System ein Betriebssystem dieser Größenordnung und mit diesen Möglichkeiten zu installieren. Wichtigster Aspekt bei der späteren Arbeit mit Microsoft® Windows® XP stellt die Größe und Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers dar. Systeme mit 256 MB etablierten sich vor einiger Zeit als Quasi-Standard. Ein System mit weniger großzügig ausgestattetem Speicher (64 MB) ist für heutige Anwendungszwecke oft schon zu langsam, da Microsoft® Windows® bei mehreren laufenden Programmen immer wieder Speicher oder Teile des Kernels auf die Festplatte auslagern muss. Dieser Vorgang nimmt selbstverständlich mehr Zeit in Anspruch als wenn Microsoft® Windows® genug Arbeitsspeicher zur Verfügung hätte und nicht auf die verhältnismäßig langsame Festplatte auslagern müsste. Zum Vergleich: moderne SDRAM Speicherbausteine haben 5-6 Nanosekunden Zugriffszeit, ältere FP-Ram oder EDO-Ram 60-70 Nanosekunden. Der Zugriff auf die Festplatte hingegen geht in den Millisekundenbereich (7-20 ms) und dauert daher wesentlich länger. Ein flüssiges Arbeiten ist ohne Modifikationen am Betriebssystem fast un möglich. Daher gilt: je mehr Speicher ein System besitzt, desto schneller ist es. Auf die eigentliche Rechenleistung des Prozessors kommt es nur in speziellen Bereichen, wie Spiele oder 3D-Berechnungen, Videoschnitt und MP3-Ripping an. Der Prozessor ist also in den meißten bereichen ein unwesentlicher Faktor. Dagegen ist die Verwendung von schnellen Festplatten mit 7200 U/min oder gar Raid-Konfigurationen empfehlenswert, da die Festplatte einen wesentlichen Einfluss auf das Laden/Speichern von Daten hat. Ebenfalls wichtig sind schnelle CD-Rom Laufwerke und Brenner mit einer excellenten Fehlerkorrektur. Denn was nützt ein superschnelles System mit Leistungsdaten, die den meisten Usern die Tränen in die Augen treiben würden, wenn CDs mit kleinen Kratzern schlecht oder gar nicht gelesen werden können und zudem nur 50% aller erhältlichen Rohlinge auf dem System zu beschreiben/lesen sind? Microsoft® Windows® XP ist ein stabiles und professionelles Betriebssystem ,welches auf dem bewährten Microsoft® Windows® 2000/NT Kernel aufsetzt. Deshalb wird oftmals auch nur qualitativ hochwertige Hardware von namhaften Herstellern von Microsoft® Windows® XP unterstützt. Zwar werden allein von der Microsoft® Windows® Installations CD 60.000 Geräte aus den verschiedensten Bereichen unterstützt, jedoch kann es vorkommen, dass gerade eines Ihrer Geräte von Microsoft® Windows® XP nicht unterstützt wird. Analysieren sie deshalb die Hardware Ihres Computers unter Verwendung der Computer-Dokumentation des Herstellers und vergleichen Sie die erkannte Hardware mit der Hardwarekompatibilitätsliste von Microsoft®, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Die Hardwarekompatibilitätsliste (HCL) finden Sie unter http://www.microsoft.com/hcl Die Wahl der eingesetzten Hardwarekomponenten ist essentiell für die spätere Leistungsfähigkeit des gesamten Systems unter Microsoft® Windows® XP!

Partitionierung

Vor der Installation von Microsoft® Windows® sollte man die Festplatte, das physikalische Laufwerk, in kleinere Laufwerke, logische Datenträger, unterteilen. Diesen Vorgang nennt man Partitionieren. Um diese Partitionierung vorzunehmen, gibt es mehrere Möglichkeiten:1. Mit dem kostenlosen Programm Microsoft® Fdisk, welches jeder vorhergehenden Microsoft® Windows® Startdiskette oder Installations-CD beiliegt. Fdisk ist ein textbasiertes Partitioniertool aus (vergangenen) Dos-Zeiten. Fdisk startet man, nach dem booten des Rechners in den Realtime-Dos Modus über eine Startdiskette oder die Installations-CD. Am erscheinenden Dos-Prompt gibt man dann einfach den Befehl "fdisk" ein. Dann startet das Programm. Der Nachteil bei der Partitionierung mit Fdisk ist, das sämtliche Daten auf den zu partitionierenden Laufwerken verloren gehen. Also alle Dokumente und Einstellungen, alle Programme. 2. Mit dem kostenpflichtigen Programm Partition Magic, welches im Handel erhältlich ist. Partition Magic kann sowohl über eine grafische als auch über eine textbasierte Benutzeroberfläche angesteuert werden. Partition Magic hat die positiven Eigenschaften, dass es bestehende Partitionen verändern und neue erstellen kann, ohne die Daten auf dem Datenträger zu zerstören.3. natürlich gibt es diverse andere Tools, die hier genannten stellen jedoch die bekannstesten, weitverbreitetsten und Testsieger dar. Mit diesen Tools erstellt man je nach Größe der physikalischen Laufwerke Partitionen, die später die Daten enthalten werden. Jede Partition erhält später einen eigenen Laufwerksbuchstaben und gilt als eigenständiges logsiches Laufwerk. Partitionen teilen also größere physikalische Laufwerke in kleinere logische Laufwerke ein. Das ist wichtig, da bei Datenträgern im Einsatz eine Fragmentierung der Daten einsetzt. Das Betriebssystem speichert sämtliche Daten auf dem Datenträger ab. Wenn ein Datenbestand nun herausgelöscht wird entstehen zwischen den Datenblöcken freie Stellen. Speichert das Betriebssystem später neue Daten in solche freien Bereiche zwischen bestehenden Datenblöcken, so fragmentieren die Daten. Die Folge davon ist eine wesentlich Längere Zugriffszeit auf die Daten des Laufwerkes, da der Schreiblesekopf der Festplatte erst nach den Daten suchen muss. Dem kann man Abhilfe schaffen, indem man mit einem Defragmentierungstool die Daten auf dem Laufwerk ordnet, um Lücken zu schließen und eigentlich zusammenhängende Datenblöcke zu vereinen. Allerdings gibt es Daten, die von der Defragmentierung ausgeschlossen sind. Dazu gehören Systemdateien des Betriebssystems und natürlich die Auslagerungsdatei. Demnach ist es sinnvoll, wenn man vor der Installation von einem neuen Microsoft® Windows® die Laufwerke in Partitionen einteilt. Die Auslagerungsdatei sollte eine eigene Partition bekommen, um die anderen Partitionen effizienter defragmentieren zu können. Die Partition der Auslagerungsdatei von Microsoft® Windows® differiert nach Größe des vohandenen Arbeisspeichers und der Festplattengröße. In der Praxis haben sich jedoch Größen von 600MB bewährt. Wenn mehrere physikalische Laufwerke vorhanden sind, ist es empfehlenswert, die Auslagerungsdatei auf eine andere Festplatte mit eigenständiger Partition auszulagern. Als Ergebnis erhält man ein unschlagbar effizientes System, da dann eine Festplatte die Daten für Betriebssystem und diverse Anwendungen bereitstellen kann und die zweite Festplatte die Auslagerungdatei beherbergt. Dieses Konzept ist deshalb das effizientere, da jede Festplatte nur einen Schreib/Lese Kopf zur Verfügung hat, der ohne dieses Vorgehen aufgrund der Datenmengen und den unterschiedlichen Positionen der Daten auf dem Datenträger hin und her fährt, um die Daten zu schreiben bzw. Zu lesen. Somit entsehen Latenzzeiten, die damit umgangen werden können, indem man 2 Festplatten (oder mehr) ensetzt, die dann insgesamt mit 2 (oder mehr) Schreibleseköpfen zeitgleich Daten schrieben bzw. Lesen können. Sie sehen, es ist nicht unbeträchtlich, mit dem Systemtuning schon vor der Installation anzufangen.


[back to top]



Userdaten
User nicht eingeloggt

Gesamtranking
Werbung
Datenbankstand
Autoren:04508
Artikel:00815
Glossar:04116
News:13565
Userbeiträge:16552
Queueeinträge:06246
News Umfrage
Ihre Anforderungen an ein Online-Zeiterfassungs-Produkt?
Mobile Nutzung möglich (Ipone, Android)
Externe API Schnittstelle/Plugins dritter
Zeiterfassung meiner Mitarbeiter
Exportieren in CSV/XLS
Siehe Kommentar



[Results] | [Archiv] Votes: 1154
Comments: 0