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Home - Fortbildung­&Lektüre - Quergeschrieben - kickme.to Angeklagt und zu Recht freigesprochen :und: Was macht das Internet so beliebt



kickme.to Angeklagt und zu Recht freigesprochen :und: Was macht das Internet so beliebt

Kickme.to wurde bekanntlicherweise angeklagt, wegen unlauterer Verlinkungen auf illegale Seiten. Zu Recht frei gesprochen, zeigt doch dieser Rechtstreit, wie sehr sich das Internet doch entwickelt hat. Offen bleibt die Frage, wofür das Internet steht und was es bis jetzt so beliebt gemacht hat.


Autor: Matthias Reuter (no_comment)
Datum: 29-08-2004, 13:16:37
Referenzen: PC-Intern.com
Schwierigkeit: Anfänger
Ansichten: 9299x
Rating: 7.4 (5x bewertet)

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kickme.to wurde angeklagt, weil sie auf andere Seiten verwiesen haben...
nun frage ich mich, wer sich hier überhaupt noch bewusst ist, für was das Internet steht.
Das grundlegenste und elementarste im Internet sind die Verlinkungen, die das Internet erst zum WORLD WIDE WEB machen.

Mal heißt es: Eine Seite, die sich im Internet präsentiert, muß damit rechnen, dass man auf sie linkt.

Dann heißt es: Aber wenn du auf diese Seite linkst, dann nur auf die Startseite, denn eine Webpage ist ja ein vollkommenes Gedankengut, und eventuell möchte man, dass der Besucher den Disclaimer auf der Startseite usw. liest.

Dann wieder der Ärger mit den Fremdseiten in Frames einbetten und als eigenes Angebot ausgeben. Klar, dass hier so mancher Webmaster in Rage gerät, schließlich saß er stundenlang hinter dem PC um sein Angebot aufzubauen, aber nicht, damit es gleich gefaked wird.


Das Verfahren gegen Kickme.to hat einfach keinen Sinn, sondern zeigt nur, dass manche den Sinn des Webs noch nicht erkannt haben.
So was gibt es aber auch nicht so oft. Nicht der Seitenbetreiber selbst, auf den verlinkt wird, nein, irgend so ein Bürokratenhengst, dessen komplette Hard- und Software von ihm und seinem kompletten Kollegium warscheinlich auch "vom Lastwagen in seine Hände gefallen ist" surft mit seinem "Werbe-Geschenk-PC", den er gerade zum ersten mal angemacht hat (wie starte ich den Computer???) natürlich erstmal auf die illegalen Seiten.

Da er das längst bewährte Manifest des WWW nicht kennt, ist er geschockt: Wie kann man auf nur so dreiste Art und Weise auf diese bösen, bösen Seiten verlinken?

So mein lieber Advokat des Lichts: Man kann nicht nur, man DARF sogar.

Das Internet ist so erst enstanden, erst so hat es seine heutige Größe erlangt. Doch ihr, hinter euren Chefsesseln wisst es besser, nicht wahr? Ihr wisst schon, was besser für uns und vor allem für eure Kunden, den Firmenbossen ist.

Ab dem Moment, wo man schon strafbar handelt, weil man nur auf ein anderes Dokument verlinkt (obwohl beide Parteien: Linksetzer und Verlinkter sich dafür ausprachen), gibt man dadurch dem Internet den Todesstoß, denn dann wird das Internet von ein paar Monopolisten regiert (Stichpunkt .NET Reform von Microsoft, schon heute befürchten manche, dass Microsoft mit der .NET-Offensive das Internet unter Kontrolle von Bill Gates bringen möchte) und hier entscheidet, wer die besseren Anwälte hat und wer die Anklageschrift am besten formulieren kann.

Aber was macht das Internet so groß, was sind die Grundsätze des Internets, welche es so beliebt machen?

Das Internet scheint eine enorme Anziehungskraft auf die Bevölkerung zu haben. Ob privat oder geschäftlich, jeder wird ein Nutzen im Internet finden.
In den Anfängen nur als Kommunikationsplattform zwischen großen Universitäten genutzt, entwickelte sich das Internet zu einem weltweiten Netzwerk, dem World Wide Web. Selbst Skeptiker mußten sich den Tatsachen beugen.
Was macht das Internet so beliebt?

Der Hauptgrund war, ist und wird wohl auch die Kommunikation sein. Das Austauschen von Daten war noch nie so einfach wie heute.
Per E-Mail, Instant Messenger, Chats oder Foren kann man seine Meinung kund tun oder einfach andere Leute informieren. Während Instant Messenger und Chats besonders stark privat genutzt werden, wird das Medium E-Mail immer mehr geschäftlich genutzt.
Das geht mitlerweile schon so weit, dass ganze Verträge per Email abgeschlossen werden. Die Schnelligkeit und Effizientz des Internets zum Kommunizieren wird von keinem anderen Medium übertroffen. Selbst Live-Konferenzen mit Bild- und Sprachausgabe sind mittlerweile selbst im privaten Bereich auf Vormarsch.

Durch immer höhere Verbindungsgeschwindigkeiten kann man immer größere Datenpakete versenden. So kann man auch immer umfangreichere und ressourcenfressendere Spiele entwickeln, was früher auch nicht möglich war. Früher gab es höchstens textbasierende Rollenspiele, da man einfach noch nicht so viele Daten übers Internet verschicken konnte. Eingefleischte Computerfreaks wurden damals noch verspottet "Spiele hätten an Universitäten und im Internet nichts zu suchen, durch die langsamen Connections hätten sie keine Zukunft".
Mittlerweile kann die breite Masse übers Internet spielen, sofern die Hardware stimmt, denn hier wird in Zukunft die Grenze liegen.

Ein wichtiger Faktor ist außerdem, dass man immer günstiger ins Internet kann. Schon ein 486er ab 50 Mhz und ein Bildschirm genügt. Dazu braucht man noch ein Modem und eine Telefonleitung. Dies alles kriegt man gebraucht für etwa 200 DM. Einen ordentlichen PC bekommt man allerdings erst ab 1000 DM und aufwärts. Ein durchschnittliches Preis-Leistungsverhältnis liegt bei den typischen 2000 DM PCs. Im Vergleich zu früher ist das extrem günstig, als man Millionen bezahlte, um z.B. einen Rechner zu erhalten, der der Rechenleistung eines 486er gleichkommt. Diese Großrechner nahmen ganze Räume ein.
Die Hardware ist also extrem günstig geworden. Zu dem mußte man früher mehrere Mark die Minute an Internetgebühren bezahlen. Wenn sich heute welche darüber aufregen, dass ihr Provider ein Pfennig mehr kostet, als ein anderer, haben Internetgurus nur ein müdes Lächeln für sie übrig, denn das ist nur ein geringer Bruchteil des Preises, der früher verlangt wurde.

Mittlerweile kann man sich besonders schnell und leicht übers Internet präsentieren. Sei es eine eigene Homepage oder eine Onlinebewerbung, Wege sich zu präsentieren gibt es zu Hauf.
Homepages hat mittlerweile fast jeder, der einen Internetanschluss und etwas Zeit hat. Während einige eine Homepage bauen, um bei häufig gestellten Fragen, wie Aussehen, Hobbys etc. auf die Seite verweisen zu können, um nicht wieder und wieder bei neuen Kontakten alles wiederholen zu müssen, nutzen andere eine Website, um z.B. die eigene Firma zu präsentieren. Hier kann der Surfer auch noch nach Ladenschluss Infos vom Betrieb einholen.
Immer beliebter werden auch Onlinebewerbungsschreiben. Statt per Post die Bewerbung zu verschicken, sendet man sie per Mail und zeigt damit, dass man mit der Zeit geht.
Diese Methode wird bei Betrieben immer beliebter, weil man die Bewerbungen so viel einfacher verwalten kann.

Besonders wichtig erscheint mir, dass das Netz der Netze weitestgehend kostenlos ist. Zumindest der Inhalt vieler Websites ist kostenlos. Entweder machen sie es ehrenamtlich oder sie finanzieren sich durch Werbebanner.
Dadurch ist das Internet erst das geworden, was es jetzt ist. Die "for free"-Angebote machen das Internet attraktiv und regen zum Nachahmen an, denn nichts ist erfreulicher für einen Webmaster (so nennt man die Betreiber einer Homepage), als ernstgemeinte und positive Kritik vom Besucher. Im Internet ist es sozialer, als man denkt. Man findet nirgendwo anders so gute und kostenlose Hilfe, als im World Wide Web.

Abschließend kann ich nur sagen, dass das Internet durch die schnelle, und kostengünstige Kommunikation und die anarchistischen, aber trotzdem durch Standarts geordneten Zustände ein Medium ist, das mittlerweile und auch in Zukunft immer mehr für die Masse interessant sein wird.
Außer natürlich, das Internet wird beherscht von einem Monopolisten, denn dann entsteht eine Klassengesellschaft, wie wir sie noch nie hatten (Barrierefreies Internet Adee)


tusoalsob
Rookie
Beitrag vom:
17-06-2002, 11:24:30

Internet als rechtfreier Raum ?

Das Linken sollte nicht verboten werden denn Verbote haben noch nie Probleme gelöst. Das Internett ist nun mal eine Freie Welt und das ist ja auch seine Größte Stärke. Allerdings sollte mann sich fragen ob man einfach so eine Seite verlinken sollte die illegalen inhalt enthält. Es wag zwar nicht verboten sein aber das heist noch lange nicht das man es auch tun sollte. Ich möchte jedenfalls nicht von irgeneiner harmlosen seit zu Kinder s** XXX gelinkt werden weil man das ja darf. Deshalb sollte man dieses urteil etwas getrennt zu sehen und sich zu freuen das das Linken auch weiterhin erlaubt ist und zu trauern das es leute gibt die auf Illegale Seiten linken.

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onestone
Administrator
Beitrag vom:
19-02-2002, 16:21:42

und überhaupt!

Wenn es verboten wird, einen Link von A nach B zu setzen finde ich, müssten wir auch wieder alle geschichte-bücher und co. zensurieren wo wir unserem Nachwuchs die Taten von Hitler, Stalin und co. vor Augen führen. Es stimmt, dass es nicht in Ordnung ist, fremde Inhalte als eigene auszugeben aber ein Verweis auf eine andere Seite darf nicht strafbar werden. Gott sei Dank ist es bei kickme.to auch so geblieben.

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Kein Problem kann so komplex sein, dass es keine Lösung dafür gibt.


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