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Wirtschaftsfaktor Internet

Entwicklung des E-Commerce und die Sicherheit beim Zahlungsverkehr im Internet.


Autor: Patrick Jutz (fluid)
Datum: 10-09-2002, 13:05:13
Referenzen: Internet
Schwierigkeit: none
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Überblick

Das Jahr 1997 wird allgemein als das Jahr des Electronic Commerce genannt, das Jahr, in dem der weltweite elektronische Handel mit Waren aus der Experimentierphase heraustritt, um nun von jedem Bürger in Anspruch genommen werden zu können.

Studien belegten eine Steigerung des Umsatzes mit E-Commerce bis zum Jahr 2000 auf 50-200 Milliarden US-Dollar fest. Daher ist ein Wissen über diesen relativ jungen Markt, sowohl was die Technik betrifft, als auch die Möglichkeiten und Risiken, die mit einem Einstieg in den "global market" des Unternehmens verbunden sind, von großer Bedeutung und überlebensnotwendig.

Die Basis für E-Commerce bildet das Internet. Die relativ einfache Technologie des Netzes bietet auch kleinen sonst ziemlich unterrepräsentierten EDV-Firmen mit kleinem Budget den Einstieg in diesen Markt. Wobei es ein großer Unterschied ist ob man sich nur rein produktpräsentativ oder voll integriert ins Internet oder Word Wide Web einbindet.

Die Branchen der Hard- und Softwareindusrie, Verlage, Telekommunikation, Handel und Touristik kann man als Vorreiter dieses Geschäfts ansehen. Die Marktchanchen sind auch dementsprechend groß, aber um sie zu nutzen muss man schon heute für die richtige Strategie und Vorsorge in seinem Betrieb sorgen. Es müssen sich viele heimische Unternehmen beeilen, ihren Markt ins digitale Business zu bringen, da sonst internationale Anbieter diese Lücken schließen. Natürlich wird es noch künftig den Handel und Vertrieb in klassischer Form geben, aber es wird immer mehr Gewicht auf die globale Präsenz eines Unternehmens gelegt. Es entfallen auch einige Schritte in der Kette vom Lieferanten zum Konsumenten: Der Kunde wählt seine Ware online, er erhält ein Angebot, bezahlt elektronisch und bekommt die Ware per Post.

Dadurch lässt sich das Kundenverhalten auswerten, und mit diesen Informationen kann sich der Hersteller oder Händler speziell auf den Kunden einstellen. Man kann die jeweiligen Produkte genau auf die Bedürfnisse der einzelnen Kunden zuschneiden.

Es müssen neue Geschäftsmodelle für die Produktgestaltung, Kundengewinnung und die Kundenbindung geschaffen werden.

Dafür eignen sich nicht alle Produkte für das digitale Business. Man kann differenziert zwischen vier Produktgruppen unterscheiden:

  • digitalisierbare, aber nur im Netz verfügbare Produkte, wie zum Beispiel Finanzdienstleistungen,
  • digitalisierbare, aber auch physisch vorhandene Produkte, zum Beispiel Zeitungen
  • nicht digitalisierbare, aber individualisierbare Produkte, wie zum Beispiel Produkte der Unterhaltungselektronik oder Automobilindustrie
  • nicht digitalisierbare, nicht individualisierbare Produkte wie Strom oder Benzin u.s.w.
Nun bedarf es auch der richtigen Marketing -Strategie um im Netz erfolgreich zu sein. Man muss genaue Grenzen ziehen, eine Zielsetzung definieren, Grundkonzepte erstellen (was für eine Zielgruppe spreche ich mit meinem Unternehmen an?), um so die Präsentationsmöglichkeiten zu spezifizieren (im Design und der Effektivität der Website). Auch die Bekanntmachung und Bewerbung des Webangebotes sind nicht zu vernachlässigen (Werbebanner in Onlinezeitschriften u.s.w.).

Um eine regelmäßige Kundenbindung zu erreichen, sind sowohl eine ständige Aktualisierung und Pflege der Website, als auch kurze Reaktionszeit bei der Mail-Kommunikation (maximal 24 Stunden) nötig.

Geld und Internet

Das größte Problem bei der Verwendung von Geld ist die Möglichkeit es zu fälschen. Auch im Internet brauchte es Zeit, bis man eine einigermaßen sichere Methode entwickelte, Transaktionen von Geld durchzuführen. Anfangs wurden zum Bezahlen von diversen Dienstleistungen, Informationen oder Bestellungen die Kreditkartennummern unverschlüsselt über das Netz geschickt. Die Firma Netscape, die mit ihrem Browser "Netscape Navigator" damals den Markt beherrschte, entwickelte ein Übertragungsprotokoll namens SSL (Secure Socket Layer). Dieses Protokoll verschlüsselt die zu verschickenden Daten. Dadurch hat sich die Situation etwas gebessert. SSL erlaubt es, sowohl den Abschickenden als auch den Empfangenden sich zu authentifizieren und über Verschlüsselungsverfahren und Schlüssel zu verhandeln.

Aber die Lösung, den Zahlungsverkehr im Netz mit verschlüsselten Kreditkartennummern zu vollziehen, ist relativ unbefriedigend. So lassen sich alle Transaktionen nachvollziehen, es ist also erkennbar, wer was wann und wo gekauft hat. Noch dazu kann nicht jeder Kreditkartennummern entgegennehmen und dann das Geld von der jeweiligen Kreditkartengesellschaft einfordern. Die Gesellschaften haben strenge Regeln, wer als Akzeptanzstelle zugelassen wird. Die Lösung bilden sogenannte Brooker. Sie bezahlen für den Kunden kleine Rechnungen auf verschiedenen Wegen, der Kunde begleicht den Gesamtbetrag am Ende mittels Kreditkarte. Es gibt mittlerweile mehrere Unternehmen, die sich auf Geldtransaktionen spezialisiert haben. Cybercash zum Beispiel verwendet ebenfalls Kreditkartennummern. Der Kunde schickt einen unterzeichneten und verschlüsselten Zahlungsauftrag an den Anbieter, dieser unterschreibt ebenfalls und fügt den Geldbetrag hinzu. Diesen Zahlungsauftrag schickt der Anbieter dann zu Cybercash, die das Geld über die konventionellen Bankverbindungen überweisen. Unter dem Druck größerer Bankinstitute haben sich die federführenden Unternehmen in diesem Business, wie Visa, Mastercard, Microsoft, IBM und Netscape Anfang 1996 auf einen Standard zum Bezahlen mit Kreditkarte im Internet namens SET (Secure Electronic Transaction) geeinigt.

Elektronisches Geld

Die Nachteile der Transaktionen mit der Kreditkarte liegen auf der Hand. Zumindest die Kreditkartenunternehmen können den Zahlungsverkehr mitprotokollieren. Weiters ist nur die Abwicklung größerer Beträge möglich. Will man aber zum Beispiel nur eine gebührenpflichtige Online-Zeitung lesen, die vielleicht 1 EURO kostet ist man vor ein Problem gestellt. Die Lösung hierfür soll das elektronische Geld bieten. So kann man Bitstrings, also eine Reihe von Zeichen die einen bestimmten Wert darstellen, als Münzen verwenden. Das Problem von Fälschungen besteht auch hier, man muss das kopieren solcher elektronischer Münzen verhindern. Derzeit gibt es dazu zwei verschiedene Möglichkeiten: Eine Münze ist nur einmal gültig, oder man verwehrt den Zugriff auf den Bitstring durch sichere Hardware, wie bei Chipkarten. Im Zusammenhang mit dem World Wide Web sind aber solche Chipkarten weniger interessant, da man sich bemüht ohne teurer Zusatzgeräte auszukommen.

NetCash sind die Pioniere dieser Technologie. Bei NetCash verwendet man sogenannte Kupons. Die Kupons bestehen aus dem eigentlichen Wert zum Beispiel 100 Euro und einer Seriennummer, beide, der Wert und die Seriennummer, sind mit dem von Phillip Zimmermann entwickelten Public-Key-Verfahren PGP (Pretty Good Privacy) verschlüsselt. Der Kunde kauft mit einer Berechtigung solche Kupons und bezahlt dann beim Händler oder Anbieter. Jeder Kupon kann nur einmal verwendet werden, der Anbieter löst die Kupons bei NetCash wieder ein. Eine bessere Zukunft verspricht aber das von David Chaums entwickelten eCash. Dieses System funktioniert im Grunde wie NetCash, verwendet aber verdeckte Unterschriften. So ist ein Zurückverfolgen der Münze durch die Banken nicht möglich. Das technisch größte Problem dieser Technologie liegt darin, dass man derzeit online überprüfen muss, ob die Münze schon einmal verwendet wurde, was den Zahlungsverkehr deutlich verlangsamt.


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