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Home - Fortbildung­&Lektüre - Quergeschrieben - Physikalische Größen einmal ausführlich erklärt



Physikalische Größen einmal ausführlich erklärt

Eine Übersicht über physikalische Größen, welche zwar häufig verwendet, jedoch meist nicht erklärt werden.


Autor: Simon Ostermann (D-Fred)
Datum: 29-06-2003, 20:34:41
Referenzen: Paul A. Tipler, Physik, Spektrum Verlag, Bergmann/Schaefer, Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 1, Mechanik Akustik Wärme, 10 Auflage, Bergmann/Schaefer, Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 3, Optik, 9 Auflage, Stöcker, Taschenbuch der Physik, Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt am Main, 2 Auflage
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Ansichten: 16288x
Rating: 9.92 (12x bewertet)

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Einleitung

Im Bereich der Computerhardware werden von diversen Zeitschriften und Magazinen viele Tests veröffentlicht. In einigen finden sich sogar etliche physikalische Größen wie Schalldruck(pegel), Lautstärke, Helligkeitsmesswerte, diverse Längenangaben oder aber auch Wärmeströmungen wieder. In der Regel wird auf diese Größen nicht weiter eingegangen, obwohl vieles davon in der Schule gar nicht behandelt wurde bzw. schon recht lange her ist. Kurzum, kaum eine Zeitschrift oder Magazin macht sich die Mühe und erklärt, was eigentlich genau dahinter steckt, frei nach dem Motto: Wer es wissen will, der wird schon nachschlagen. Nur, wer hat denn schon ein weiterführendes Physiklehrbuch zur Hand? Für uns ist das Grund genug ein wenig die physikalischen Hintergründe zu durchleuchten.

Lautstärke

Für uns "Normalsterbliche" ist Lautstärke ein recht klar definierter Begriff, denn was es ist, erfahren die meisten Menschen jeden Tag. Bedenkt man jedoch, was Schall eigentlich ist, nämlich Druckschwankungen der Luft, so gelangt man schnell zu dem Schluss, dass "Lautstärke" vermutlich ein Maß für den Maximalwert eben dieser Luftdruckschwankung wäre. In der Tat, so hätte es auch festgelegt werden können. Der Druck bekommt meist den Buchstaben p und fertig ist die Lautstärke-Messung. Die Formulierung deutet es schon an, man hätte, hat man aber nicht. Was stört ist dieses menschliche Ohr. Das hat ein vollkommen anderes Hörempfinden als "doppelter Druck = doppelte Lautstärke"! Eine Annäherung an eben dieses menschliche Hörempfinden ist der sogenannte Schalldruckpegel, gemessen in dB. Hier wird zunächst derjenige Schalldruck ps, damit ist der minimale Schalldruck gemeint, den das menschliche Gehör noch wahrnehmen kann, festgelegt. Sollten Sie sich für Zahlwerte interessieren, es sind 2* 10-10 bar (Zur Erinnerung: 1 bar beträgt etwa unser Atmosphärenluftdruck). In der Physik verläuft bei 10-10 bar die Grenze zwischen dem Hochvakuum und dem Ultrahochvakuum. Obwohl wir bei Schall ja nur Luftdruckänderungen haben, deutet das hier doch schon an, dass das menschliche Ohr verdammt sensibel ist. Der Schalldruckpegel L wird wie folgt festgelegt:

L = 10 * log (phoch2/ pshoch 2)


Sieht auf den ersten Blick zugegeben ein wenig wild aus, ist es aber nicht. Ist eine Schallquelle gerade so "laut", dass wir sie eben noch wahrnehmen können, dann wird p gerade so groß wie ps . Nun, beides wird letztendlich durcheinander geteilt und teilt man zwei gleich große Werte durcheinander, so erhalten wir als Ergebnis die Zahl 1. Log 1 ist aber gerade 0. Das bedeutet also, ab einem Schalldruckpegel von L = 0 kann das menschliche Ohr etwas wahrnehmen. Die Formel ist also dem menschlichem Gehör schön angepasst. Allerdings sieht es immer recht unschön aus, wenn irgendeine Größe keine Einheit besitzt. Daher schreibt man L = 0 dB (Dezibel, dezi deutet hier auf die 10 in der Formel hin). Zur besseren Abschätzung der Zahlwerte, haben wir einige Lautstärken zusammengefasst:

Schalldruckpegelgrößenordnungen
 
Normales Atmen 10 dB
leises Flüstern, 5m entfernt 30 dB
Bibliothek 40 dB
Ruhiges Büro 50 dB
Normale Unterhaltung 60 dB
Fabrikdurchschnittswert 80 dB
Baulärm 110 dB
Rockkonzert 120 dB (Schmerzgrenze)
Düsenflugzeug 150 dB


Auch hier wäre es nun wieder zu schön um wahr zu sein, wenn wir damit prima leben könnten. Besitzen 2 Töne den gleichen Schalldruck dafür aber eine unterschiedliche Tonlage (=Frequenz), dann empfindet das menschliche Ohr normalerweise 2 unterschiedliche Lautstärken. Hmmm, dumm gelaufen. Töne mit 1.000 Hz hören wir besonders gut, dass auf dieser Frequenz gerade Kinder schreien, ist bei Mutter Natur bestimmt kein Zufall... Eine Anpassung an das menschliche Gehör wird mit dem bewerteten Schallpegel vorgenommen, Werteangaben werden dabei in dBa bzw. Phon angegeben. Um diese Anpassung zu erreichen, werden bei einzelnen Schallquellen lediglich Korrekturterme (hier k genannt), die Frequenzabhängig sind, hinzuaddiert.

La = L + k  
Einige Korrekturwerte (k)
 
Frequenz (Hz) 90 220 400 1000 3000 6000
k (dB) -20 -10 5 0 +2 0


Damit ist zwar gewährleistet, dass ein 40 Phon Ton stets gleich laut empfunden wird, jedoch hat diese Bewertungsmethode für die Lautstärke noch einen kleinen Schönheitsfehler: Eine Verdoppelung des Phon-Wertes nehmen wir nicht als eine Verdoppelung der subjektiv wahrgenommenen, mit anderen Worten der gehörten "Lautstärke" wahr. Um auch dieses Problem zu lösen, muss eine weitere Anpassung an das menschliche Ohr vorgenommen werden. Dies wird letztendlich mit der Lautheit S in sone realisiert.

S = 2hoch0,1*(La-40) sone


Bei 40 Phon liefert die Formel einen Wert von S = 1 sone. Die Lautheit S berücksichtigt damit sowohl das menschliche Hörempfinden bezüglich unterschiedlich hoher oder tiefer Töne als auch die Tatsache, dass ein doppelter sone Wert tatsächlich doppelt so laut empfunden wird.

Festplatten erzeugen im Betrieb einen Schalldruckpegel von etwa L = 40 dB, die Lautheit liegt in Größenordnungen von etwa S = 2,5 sone. Spitzenwerte liegen bei über L = 55 dB bzw. über S = 8,6 sone und sind somit mehr als drei mal lauter als der leiserer Platten. Kühler verursachen einen Schalldruckpegel von etwa L = 30 dB. Als Abschluss zum Thema Akustik sei noch vermerkt, dass sich Schallpegel NICHT addieren lassen. Vielmehr müssen die Intensitäten (was proportional zum Quadrat des Luftdrucks ist, aber das lassen wir hier mal ganz schulmäßig weg) addiert werden. Damit ergeben sich so "witzige" Rechnung wie: 0 dB + 0dB = 3 dB, oder aber auch: 70 dB + 80 dB = 80,4 dB. Letztlich ist uns das letztere Phänomen doch bekannt: Neben einem fahrenden Laster hören wir keine Vögel zwitschern! Für uns bedeutet das: Die lauteste Computerkomponente ist entscheidend!

Wärme, Wärmeabfuhr von Kühlern

So seltsam es klingen mag, für eine Diskussion der Wärmeabfuhr von Kühlkörpern möchten wir mit dem altbekannten elektrischen Strom und Spannung beginnen. Dass eine CPU mit elektrischem Strom, Pardon Energie, versorgt wird, dürfte sich ja herumgesprochen haben. Mit einer Betriebsspannung von etwa 1,7 Volt und 35 Ampere ergibt sich eine Leistung von etwa P = U * I = 60 Watt. Leistung ist aber nichts anderes als Energie pro Zeit, da Wärme eine Form der Energie ist, und da elektrische Widerstände stets elektrische Energie in Wärmeenergie umsetzen, können wir davon ausgehen, dass eine CPU mit 60 Watt gut warm werden kann. Haben Sie schon einmal an eine 60 Watt Glühlampe gefasst? Da es nicht Sinn einer CPU ist, solche Temperaturen zu erreichen um das Gehäuseinnere in ein angenehmes Licht zu tauchen, muss eine effiziente Kühlung her. Weiterhin können Sie der Formel P = U * I direkt entnehmen, dass ein Vergrößern von U zwecks Übertakten auch eine größere Leistungsaufnahme nach sich zieht. Dieser höhere Energiebedarf äußert sich nicht nur in mehr Performance sondern auch in mehr Wärme, die zusätzlich abgeführt werden muss.

Um Wärme zu transportieren gibt es letztendlich drei Möglichkeiten: Wärmeströmungen (z.B. die Luftströmung einer Heizung, auch Konvektion genannt), Wärmestrahlung (Ahhh, Sonne mach mich braun!) und..., jawohl... Wärmeleitung. So etwas machen die Kühlkörper, neben der Form - möglichst große Oberfläche um die Wärme an die Luft abzugeben - spielt hier auch das Material eine Rolle. Jedes Material hat eine eigene, spezielle Wärmeleitzahl, je höher deren Wert, um so besser wird Wärme(energie) transportiert.

Wärmeleitzahlen in Watt / ( Meter * Kelvin)
(Temperaturunterschiede in Kelvin sind identisch mit Unterschieden in Grad Celsius)
 
Aluminium (Al) 2,37 W/cm K
Chrom (Cr) 0,937 W/cm K
Eisen (Fe) 0,802 W/cm K
Gold (Au) 3,17 W/cm K
Kupfer (Cu) 4,01 W/cm K
Silber (Ag) 4,29 W/cm K
Messing 1,13 W/cm K
Luft 0,0002454 W/cm K
Wasser 0,006 W/cm K
Wärmeleitpaste (normale - hochwertige) 0,03 - 0,08 W/cm K
Um bei den gängigen Kühlermaterialien nicht zu große Zahlwerte zu erhalten, wurden alle Einheiten auf cm statt auf m umgerechnet


Letztendlich gibt die Wärmeleitzahl diejenige Menge an Energie (=Wärme) an, die pro Zeit und pro Meter und pro Grad Temperaturunterschied übertragen werden kann. Damit ist klar, dass das beste Material für einen High-End Kühler Silber ist. Dicht gefolgt von Kupfer und mit etwas Abstand Gold. Aber wer will da dann noch einen Kühler aus Gold haben? Wenn teuer, dann aber auch richtig: Diamant hat eine Wärmeleitfähigkeit von 20 W/cm K, allerdings ist diese Form des Kohlenstoffs nicht chemisch stabil - bei zu hohen Temperaturen können Sie mit dem entstandenen Grafit prima Strom leiten... (für Eigenversuche übernehmen wir keine Haftung). Also kein Diamant. Auch kein Silber, auch zu teuer, ein guter Kühler sollte also aus Kupfer gefertigt sein.

Interessant ist jedoch die Wärmeleitpaste: Obwohl hochwertige Pasten zu über 80% aus Silber bestehen, liegt die Wärmeleitfähigkeit bei etwa einem 50igstel! Im Metall wird die Wärme hauptsächlich durch die freien Elektronen transportiert. Daher sind gute elektrische Leiter oft auch recht gute thermische Leiter. Im Falle der Pasten dürften die zusätzlichen Mischstoffe für den drastischen Abfall verantwortlich sein. Immerhin muss die Paste ja quasi "flüssig" sein.

Letztendlich werben viele Kühlerhersteller und -verkäufer mit solchen Zahlen, um eine Kaufentscheidung herbeizuführen bringen diese Zahlen doch recht wenig Nutzen! Richtig vergleichbar werden Kühler damit ja nicht. Hier sollte der "Wärmewiderstand" betrachtet werden. Um diese für einen Kühler abzuschätzen, wird die durch den Kühler verursachte Temperaturdifferenz durch die Leistung des Prozessors geteilt. Korrekterweise müsste auch die Wärmeentwicklung des Lüfters mit einbezogen werden, diese ist jedoch mit wenigen Watt vernachlässigbar klein. Gute Kühler erreichen Widerstandswerte von 0,66 K/W. Anschaulich bedeutet das, dass für jedes zusätzliche Watt der CPU eine Temperaturerhöhung von 0,66 K bzw. Grad Celsius stattfindet. Je kleiner dieser Wert ist, um so besser. Diese Betrachtungsweise gilt jedoch nicht mehr für niedrige CPU Temperaturen (etwa Umgebungstemperatur) oder bei zu hohen Temperaturen.

Kleine Längen ganz groß, die Chips

Milli-, Mikro- und Nanometer, wer blickt da noch durch? Was ein Meter ist, das ist jedem klar, ein Blick auf den sogenannten "Zoll"stock gibt ein anschauliches Beispiel. Millimeter, auch das ist bekannt, ist der tausendste Teil des Meters. Ein Blick auf das Geodreieck zeigt schnell, dass das schon recht wenig ist, zumindest verglichen mit dem Meter. Mathematisch wird das so ausgedrückt: 1 mm = 10-3 m. Da für den ein oder anderen die Schule schon ein paar Tage her ist, sei hier folgendes angemerkt: 10hoch>3 = 1000, 10hoch-3 = 1/1000.

Der AMD Athlon wird in der 0,18 µm-Technologie hergestellt, manche Chipsätze sogar neuerdings in der 0,13 µm Technologie. Das µ steht für Mikro und bedeutet nichts anderes als 10hoch-6, was den 1.000.000sten Teil eines Meters oder den 1.000sten Teil eines Millimeters entspricht. Die nächst kleinere gebräuchliche Längenbezeichnung ist der Nanometer mit der Abkürzung nm. Hier kommen noch einmal drei Zehnerpotenzen ins Spiel: 1 nm = 10hoch-3 µm = 10hoch-6 mm = 10hoch-9 m. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden einen Millimeter eine Millionen (1.000.000) mal teilen. Also bei 100 Teilungen hört es bei uns allerspätestens auf. In der Tat sind die Nanometer auch schon Größenordnungen von Atomdurchmessern (inkl. der Elektronenhülle), dieser beträgt etwa 10hoch-10 m. Die Strukturen auf einem Prozessor haben also umgerechnet eine Größe von etwa 130 nm = 130 * 10hoch-9 m. Eine "Struktur" besteht jedoch nicht aus einer Leitung, vielmehr ist das z.B. die Größe eines Transistors. Bei den verschiedenen Schichten eines Transistors ist es schon fast eine Überlegung wert, besser die Atomlagen zu zählen. In diversen Laborexperimenten wird schon mit Leiterbreiten gearbeitet, die gerade aus einer handvoll Atomlagen bestehen. Das hat natürlich eine etwas ärgerlichere Folge: Irgendwann ist nun mal Schluss mit Lustig, derzeit können wir eben nur mit Atomen arbeiten. Daher hat uns Mutter Natur eine natürliche Grenze für diese Art der Verkleinerung gesetzt und diese ist schon recht deutlich in Sicht. Zum Schluss sei hier noch eine kleine Anmerkung: Die Festlegung einer Länge ist seit einigen Jahren nicht mehr das Urmeter in Paris (das Urkilogramm gilt aber noch), so etwas ist heutzutage viel zu ungenau. Der Meter wird vielmehr über die nach Einstein konstante Lichtgeschwindigkeit und der Zeit "berechnet". 1 Meter ist der 299.792.458teil, den das Licht im Vakuum in einer Sekunde zurücklegt.

Der Monitor

Der gute alte Röhrentechnologie bildet immer noch die Grundlage für viele der heutigen Monitore. Neben diversen Frequenzen, Lochabständen, Leistungsaufnahmen finden sich in Testberichten auch immer Helligkeitsangaben wieder. Doch erst einmal der Reihe nach:

Ein herkömmlicher Monitor ist primär eine echt schnelle Elektronenkanone! Der sichtbare Bildschirm ist mit chemischen Substanzen versehen, die beim Auftreffen von Elektronen zu leuchten beginnen. So weit so gut. Der Monitorkauf wäre auch wunderbar einfach, wenn der Elektronenstrahl jeden einzelnen Punkt gleichzeitig (!) ansteuern könnte. Kann er aber nicht. Daher "wandert" der Elektronenstrahl Zeilenweise über den Bildschirm. Das ganze passiert so schnell, dass das Auge von alledem gar nichts mitbekommt, das Nachleuchten der Bildpunkte besorgt dabei den Rest. So etwas funktioniert natürlich nur, wenn der Elektronenstrahl hinreichend schnell das Bild aufbauen kann.

Die Zahl der beleuchteten Zeilen pro Sekunde wird Horizontalfrequenz genannt. Typische Werte eines recht ordentlichen Monitors sind 96 kHz = 96.000 Zeilen pro Sekunde. Ob ein Monitorbild als ruhig empfunden wird, hängt von der Bildwiederholfrequenz ab, das ist nichts anderes als die Zahl der Bilder pro Sekunde. Höhere Auflösungen mit mehr Zeilen verursachen eine niedrigere Bildwiederholrate, immerhin muss der Elektronenstrahl mehr Zeilen für jedes Bild darstellen. Schauen Sie sich doch mal ein Monitorbild bei 640x480 oder gar im DOS-Modus an, hier erkennen Sie im Monitorbild ganz deutlich die ausgelassenen Zeilen. Wo wir gerade bei den Bildwiederholraten sind: Ab 75 Hz nehmen die meisten Menschen kein Flimmern mehr war, richtig interessant ist jedoch die Tatsache, dass bei mehr (!) als 85 Hz die Lesbarkeit von Texten wieder abnimmt! Daher ist eine Bildwiederholrate von 85 Hz eine gute Wahl. Die Ursache dürfte in den verwendeten Bauteilen liegen, je höher die Frequenz ist, um so eher treten Dämpfungseffekte in Kabeln und Verstärkern auf. Diese bewirken natürlich eine Bildverschlechterung.

Neben der geeigneten Bildwiederholrate ist auch die Wahl der Auflösung ein paar Gedanken wert. Die Punkte der Lochmaske eines Monitors haben etwa eine Größe von 0,25mm, plusminus einige 0,01mm, je nach Qualität des Monitors. Ein 17" Monitor hat eine sichtbare Bilddiagonale von etwa 40 cm, horizontal ergibt sich damit bei einem Seitenverhältnis von 4:3 eine sichtbare Länge von gut 30 cm. Diese müssen sich beispielsweise 1280 Punkte bei einer Auflösung von 1280x960 Punkten teilen. Beträgt die Monitorpixelgröße 0,25mm, so lassen sich pro mm 4 Pixel unterbringen, oder bei 30cm=300mm macht das 1200 Pixel. Daraus folgt: Bei typischen Lochmaskenwerten eines 17" Monitors können bei einer Auflösung von 1280 Punkten gar nicht alle Pixel einen eigenen Leuchtpunkt bekommen! Ein unscharfes Bild ist damit vorprogrammiert. Es empfiehlt sich eine Auflösung von 1024x768 oder eventuell noch 1152*864. Bei größeren Monitoren ergeben sich ähnliche Rechnungen. Die Rechnung im einzelnen: 1 Zoll = 2,54 cm, die sichtbare Diagonale ist gerätespezifisch. Die Umrechnung von Bilddiagonale - ab jetzt d genannt - auf die horizontale "Bildschirmbreite" des Monitors - ab jetzt x genannt - lässt sich mit der Formel x = Wurzel aus (d*d * 16/25) durchführen. Nun folgt nur noch:

Bildschirmbreite in mm / Lochmaskengröße in mm = Obergrenze der theoretisch machbaren Auflösung des Monitors


Ein ganz anderes Thema ist die Leistungsaufnahme eines Monitors im Stand-by-Betrieb. Irgendwie ist es im Moment modern, bei elektrischen Geräten auf einen anständigen Ausschalter zu verzichten. Als Gegenmaßnahme hat sich eine Mehrfachsteckdose mit Schalter bewährt, warum soll denn bitteschön ein Monitor im Stand-by stehen? Wenn der Computer aus ist, wird der Monitor wohl auch kaum genutzt werden. Nun ja, Fakt ist, dass ein Monitor und andere Geräte die in der Bereitschaftsstellung "Strom ziehen". Bei Monitoren liegt dies durchaus bei etwa 10 Watt. Auf ein Jahr bezogen sind das immerhin schon 87600 Wh = 87,6 kWh, bei einem Preis von 25 Pf/kWh macht das knapp 22,- DM an Strom - pardon Energiekosten. Wenn Sie jetzt noch bedenken, dass nicht nur der Monitor, sondern auch der Rechner selber, Drucker, Aktivboxen etc. immer brav den Strom ziehen, dann summiert sich das schon auf!

Eine ganz selten genutzte Einheit finden Sie in Monitortests bei der maximalen Leuchtdichte. Hierbei handelt es sich um die Lichtstärke, darunter können Sie sich anschaulich die "Helligkeit" vorstellen, bezogen auf eine Fläche von einem Quadratmeter. Die Lichtstärke wird in Candela (cd) gemessen, früher d.h. bis 1948 wurde in der Tat eine Flamme für die Festlegung "wie hell denn ein Candela" ist genommen. Heute, genauer ab 1979, wird 1 cd über eine einfarbige Strahlung bei einer genau festgelegten Frequenz (540 THz) die mit einer bestimmten Strahlstärke (1/683 W*sr-1)"scheint" definiert. Strahlstärke mag auf den ersten Blick verwirrend sein, doch schauen Sie sich einmal die Einheiten an. Da wäre Watt (W) zu nennen, bekannt von jeder Glühlampe ein Maß für die Helligkeit. sr = sterad ist nichts anderes als ein Öffnungswinkel, der auf eine Kugeloberfläche bezogen ist. Zum Vergleich der einzelnen Monitormesswerte wird die Lichtstärke noch auf ein Quadratmeter bezogen. Ein ordentlicher 17" Monitor sollte so bei einem 100% weißem Bild durchaus 100 cd/m2 schaffen, besser wären 110 cd/m2. Altersschwäche eines Monitors äußert sich oftmals in einem Helligkeitsverlust, so kann es sein, dass die chemische Beschichtung des Monitorschirms nicht mehr so reaktionsfreudig ist, das Bild wird eben dunkler. Mit ein wenig "Reserve" an Leuchtdichte kann hier der Monitorneukauf auf später verschoben werden.

Vorsilben für Zehnerpotenzen

Immer wieder werden Vorsilben benutzt um große aber auch kleine Zahlen etwas anschaulicher zu machen. Kaum jemand spricht von 1.000.000.000 Hz, viel kürzer und einprägsamer ist 1 GHz. In der Regel wird alle drei Zehnerpotenzen eine neue Vorsilbe eingefügt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wie aus der unten stehenden Tabelle zu entnehmen ist: Hekto, Deka, Dezi und Zenti.

Vorsilben für Zehnerpotenzen
 
Vielfaches ausgeschrieben Vielfaches Vorsilbe Abkürzung
1.000.000.000.000.000.000 10hoch18 Exa E
1.000.000.000.000.000 10hoch15 Peta P
1.000.000.000.000 10hoch12 Tera T
1.000.000.000 1hoch09 Giga G
1.000.000 1hoch06 Mega M
1.000 1hoch03 Kilo k
100 1hoch02 Hekto h
10 10hoch1 Deka da
1/10 10hoch-1 Dezi d
1/100 10hoch-2 Zenti c
1/1.000 10hoch-3 Milli m
1/1.000.000 10hoch-6 Mikro µ
1/1.000.000.000 10hoch-9 Nano n
1/1.000.000.000.000 10hoch-12 Piko p
1/1.000.000.000.000.000 10hoch-15 Femto f
1/1.000.000.000.000.000.000 10hoch-18 Atto a


Auch wurde in der Physik vereinbart, dass ab dem Kilo nur noch Großbuchstaben verwendet werden. In der Computerwelt wird das Prinzip mit den Zehnerpotenzen gerne "über den Haufen" geworfen. Meist hat auch das einen Sinn, dahinter verstecken sich in der Regel Zweierpotenzen. So ist 2hoch20 = 1.048.576 was auch gerne mit "M" abgekürzt wird. Korrekterweise müsste das "M" für 1.000.000 stehen, immerhin eine Differenz von 48.576 Byte. Bei den Gigabytes ist die Differenz schon recht beträchtlich angewachsen: 2hoch30 = 1.073.741.824 gegenüber einen Sollwert von 1hoch09 = 1.000.000.000 macht das eine Differenz von 73.741.824 Byte. Pro 1 GB sind das immerhin schon gut 70 MB unterschied. Bei den Größenangaben von Festplatten verursacht das immer wieder Verwirrung!


Bl00dy
Rookie
Beitrag vom:
06-09-2007, 14:35:04

Sehr gut

Sehr ausführlich

Einen kleinen Fehler :

Zitat:"Sollten Sie sich für Zahlwerte interessieren, es sind 2* 10-10 bar ... In der Physik verläuft bei 10-10 bar die Grenze zwischen dem Hochvakuum und dem Ultrahochvakuum..."

Du meinst sicherlich 10-100mbar.

Sonst aber ein RIESEN LOB

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incsoft
Professonial
Beitrag vom:
02-08-2003, 15:09:28

einfach perfekt

der artikel erklärt verständlich alles wichtige zu physikalischen größen und auch noch hintergründe und einfach alles was man dazu wissen muss. das ist perfekt! 10 Punkte!!!

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dav133
Professonial
Beitrag vom:
02-07-2003, 14:07:24

S!U!P!E!R

Wer sich soviel Mühe macht und so fette Artikel schreibt, muss auch mit ner satten 10 belohnt werden! Einfach nur spitze!

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D-Fred
Professonial
Beitrag vom:
30-06-2003, 15:49:37

boh

2 10 BEwertung bei nur 17 ansichten hätt ich nicht erwartet! Danke an diejenigen die es waren ;)

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