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Hilfestellung zur Defragmentierung von Festplatten

Die Festplatte sauber aufräumen mit der Windows-Dateidefragmentierung. In dem folgendem Artikel erkläre ich Ihnen dieses nützliche Tool.


Autor: Simon Ostermann (D-Fred)
Datum: 09-09-2003, 21:19:38
Referenzen: FIO
Schwierigkeit: Anfänger
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Rating: 8 (1x bewertet)

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So funktioniert Defrag

Mit Hilfe des Defragmentierungsprogramms ("Defrag") werden die Bruchstücke verstreuter Dateien und Ordner so auf der Festplatte hin- und hergeschoben, dass im Idealfall jedem File ein zusammenhängender Speicherort zugewiesen wird. Diese Aufräumaktion gewährleistet nicht nur schnelleren Zugriff auf bestehende Dateien, sondern beschleunigt auch das Speichern frischer Daten: Freie Festplattensektoren werden nämlich ebenfalls so organisiert, dass für neue Programme mehr Platz zur Verfügung steht. Sie sparen also nicht nur Zeit, sondern gewinnen auch Speicher zurück.

Um das Defragmentierungsprogramm aufzurufen, gehen Sie folgendermaßen vor: Öffnen Sie das "Start"-Menü in der linken unteren Bildschirmecke und klappen Sie dann die Menüs "Programme" (bei Windows XP "Alle Programme") > Zubehör > Systemprogramme" auf. Dort klicken Sie nun auf "Defragmentierung".

Das Programmfenster

Ab Windows 2000 ist das Programmfenster der Defragmentierung in zwei Hauptbereiche unterteilt (in Windows 98 ist die Bedienoberfläche noch einfacher gehalten). Im oberen Bereich sind die Datenträger Ihres PCs aufgeführt, üblicherweise also die Festplatten "C": oder "D:". Der untere Bereich enthält neben den "Überprüfen"- und "Defragmentieren"-Buttons eine grafische Darstellung zum Fragmentierungszustand des Datenträgers. Dieser Zustand wird durch verschiedene Farben wiedergegeben:
  • Die roten Bereiche stehen für fragmentierte Dateien.
  • Die blauen Bereiche stehen für zusammenhängende (nicht fragmentierte) Dateien.
  • Die weißen Bereiche zeigen den freien Speicherplatz auf dem Datenträger an.
  • Die grünen Bereiche stehen für Windows-Systemdateien, die von der Defragmentierung nicht verschoben werden können.


Erst prüfen, dann aufräumen

Um festzustellen, ob sich der recht zeitaufwändige Festplatten-Großputz überhaupt lohnt, sollten Sie die Harddisk zunächst analysieren lassen. Wählen Sie dazu das gewünschte Laufwerk im oberen Fensterbereich aus und klicken Sie dann auf "Überprüfen" (Anmerkung: Diese Funktion steht in Windows 98 nicht zur Verfügung). Windows gibt dann eine Empfehlung ab, über "Bericht anzeigen" werden weitere Details ausgegeben.

Noch ein Tipp, falls Sie Ihren Rechner im Netzwerk nutzen oder noch andere Anwender an Ihrem Rechner arbeiten: Obwohl jeder Benutzer auf das Dienstprogramm "Defragmentierung" zugreifen kann, benötigen Sie zum Analysieren oder Defragmentieren eines Datenträgers die Rechte eines Administrators. Um den Defragmentierungsvorgang ausführen zu können, müssen Sie daher als Administrator oder als Mitglied der lokalen Gruppe "Administratoren" angemeldet sein.



Aufräumaktion vorbereiten

Je "unordentlicher" Ihre Festplatte ist und je mehr Datenvolumen sie umfasst, desto länger kann das eigentliche Defragmentieren dauern - im Ernstfall sogar einige Stunden. Am besten ist es deshalb, den Großputz ungestört über Nacht durchlaufen zu lassen. Wenn Sie nämlich nebenher am Rechner weiterarbeiten, behindert das nicht nur den Defragmentierungs-Prozess selbst, die Belastung der Prozessorleistung durch die Aufräumaktion verlangsamt zudem auch alle parallel laufenden Programme.

Eine wichtige Voraussetzung für eine reibungslose Defragmentierung ist genügend freier Festplattenspeicher - Windows braucht ausreichend Stauraum, in dem fragmentierte Daten zwischengelagert werden können. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt Ihnen das Programm gleich nach dem Start der Defragmentierung, nicht mehr gebrauchte Daten zu löschen oder auf ein anderes Speichermedium auszulagern.

Von Vorteil ist es in diesem Zusammenhang, vor der Defragmentierung das Dienstprogramm "Datenträgerbereinigung" durchlaufen zu lassen. Sie finden es ebenfalls unter "Start > (Alle) Programme > Zubehör > Systemprogramme". Die Datenträgerbereinigung durchsucht die Festplatte und zeigt dann eine Liste temporärer und anderer nicht mehr benötigter Programmdateien an, die Sie ohne Risiko löschen können.




Fehlerüberprüfung starten

Nichts ist lästiger, als eine sorgfältig vorbereitete Defragmentierung, die nach kurzer Zeit abbricht - vor allem, wenn Sie unseren Tipp befolgen und den Großputz über Nacht durchlaufen lassen wollen.

In den meisten Fällen hängt der Abbruch mit fehlerhaften Sektoren auf der Festplatte zusammen. Keine Angst, diese sind ganz normal und kommen selbst auf der besten Harddisk vor. Stößt das Defrag-Programm auf solche schadhaften Stellen, stoppt es den Aufräumprozess automatisch und empfiehlt, das Problem zu beheben. Dazu müssen Sie abermals ein selbstständiges Hilfsprogramm starten - die Fehlerüberprüfung.

Sie erreichen es über das Icon "Arbeitsplatz" auf Ihrem Desktop (bei Windows XP finden Sie den Arbeitsplatz im "Start"-Menü), dort wählen Sie dann die zu defragmentierende Festplatte aus und gehen über das "Datei"-Menü auf den Eintrag "Eigenschaften". Klappen Sie die Dateikarte "Extras" auf, betätigen Sie den Button "Jetzt prüfen" und folgen Sie den weiteren Anweisungen. Unter "Optionen für die Datenträgerprüfung" sollten Sie dabei unbedingt beide Kontrollkästchen aktivieren.

Wichtig: Vor dem tatsächlichen Start des Reparatur-Programms müssen Sie alle anderen Programme beenden!

Bei Windows 98 heißt das Fehlerüberprüfungs-Tool übrigens noch "ScanDisk"; Sie finden es wie gewohnt über "Start > Programme > Zubehör > Systemprogramme"; die Bedienung funktioniert ähnlich wie oben beschrieben.



Fünf Schritte zum Erfolg

Wie Sie sehen, will der Weg zu einer sauberen Festplatte wohl geplant sein. Ich empfehle Ihnen deshalb, folgendermaßen vorzugehen:
  • Rufen Sie zunächst das Defragmentier-Programm auf und überprüfen Sie damit die Harddisk. Empfiehlt Windows nach dieser Analyse die Defragmentierung, schließen Sie das Dienstprogramm, denn jetzt ist erstmal Handarbeit angesagt.
  • Durchforsten Sie mit dem Windows Explorer Ihre Festplatte nach nicht mehr genutzten Programmen und Dateien - nie entpackte .zip-Files, uralte Word-Dokumente oder die verschwommenen Digicam-Fotos von der letzten Weihnachtsfeier tritt man am besten sofort in den Papierkorb.
  • Wie oben beschrieben löschen Sie im nächsten Schritt dann mittels des Dienstprogramms "Datenträgerbereinigung" weitere unnötige Files - keine Angst, Windows passt schon auf, dass nichts Lebenswichtiges dabei ist.
  • Nun ist die Datenträgerprüfung und -reparatur an der Reihe - selbst wenn die Platte unbeschädigt ist, kann dieser Checkup nie schaden.
  • Erst dann gehen Sie wieder ins Defragmentierprogramm und starten den eigentlichen Aufräumprozess. Wie gesagt: Selbst nach sorgfältiger Vorbereitung dauert das in der Regel zumindest beim ersten Mal mehrere Stunden.


Tipps zum Schluss

Ein ganz wichtiger Tipp noch zum Schluss: Seien Sie sich bewusst, dass der aprilfrische Festplattenglanz leider nicht von Dauer ist - wer seinen PC regelmäßig nutzt, müllt die Platte im Laufe der nächsten Wochen und Monate ganz von selbst wieder mit Dateifragmenten zu. Deshalb sollten Sie die Defragmentierung regelmäßig wiederholen, zum Beispiel ein Mal im Monat. Je öfter Sie aufräumen, desto schneller geht der ganze Prozess auch.

Noch smarter ist es, Ihren PC zur regelmäßigen Selbstreinigung zwangszuverpflichten, und zwar mit der Funktion "Geplante Tasks". In Windows 2000 finden Sie diese über den schon vom Defrag-Programm bekannten Weg "Start > Programme > Zubehör > Systemprogramme > Geplante Tasks", in Windows XP über "Start > Systemsteuerung > Leistung und Wartung > Geplante Tasks". Dort einfach "Geplanten Task hinzufügen" doppelklicken; es öffnet sich ein Windows-Assistent.

Hier müssen Sie in der Programmliste ein wenig suchen, bis sie auf das Defragmentier- und die anderen vorgestellten Hilfsprogramme stoßen. In den weiteren Schritten können Sie dann Zeitpunkt und -intervall der regelmäßigen Putzaktion einstellen; Ihr PC wird den neuen Task in Zukunft dann eigenständig aufrufen.

Wesentlich komfortabler können übrigens Nutzer von Windows 98 ihre Platte aufräumen: In "Start > Programme > Zubehör > Systemprogramme" gibt es nämlich einen eigenen Wartungs-Assistenten, der die oben beschriebenen Schritte automatisch für Sie erledigt. Leider hat Microsoft diese nützliche Funktion bei den nachfolgenden Windows-Versionen wieder weggelassen. Schade eigentlich.



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